Kochen ohne Rezept
Wahrnehmen, verbinden und im Jetzt sein.
In meiner Aufgabe als zertifizierte Dozentin für ganzheitliche Ayurveda Koch- und Esskultur möchte ich Menschen immer ermutigen, sich von Rezepten zu lösen. Für manche klingt das selbstverständlich, für andere kaum vorstellbar. Doch gerade Dal ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Kochen frei und kreativ werden kann. Losgelöst von Begriffen und Vorstellungen einfach sinnlich wahrnehmen, was ich in den Händen habe und wie es sich durch mein Zutun verwandelt.
Von Natur aus sind die getrockneten Munglinsen einfach nur hart und trocken – Ausdruck des Vata-Prinzips und der Elemente Äther und Luft. Erst wenn wir Feuer (Sonne bei den Sprossen) und Wasser hinzufügen, beginnt die Verwandlung. Die Menge von beiden bestimmt das Ergebnis:
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wenig Wasser, viel Feuer → ein fester Fladen → trocken
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mehr Wasser → ein sämiger Brei → zähfließend
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noch mehr Wasser → eine Suppe → flüssig
Nun weiß ich, welche Eigenschaften da sind und welche fehlen.
Mit Salz oder Zucker legen wir fest, ob das Gericht herzhaft oder süß wird. Die Gewürze bestimmen die Geschmacksrichtung: scharf, bitter, erdig. Umami schenken uns Zutaten wie Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie und Liebstöckel.
Welches Gemüse wir dazugeben, entscheidest du am besten nach der Jahreszeit, nach den Bedürfnissen deines Alters und der Befindlichkeit, nach Beruf und Konstitution. So wird jede Mahlzeit individuell, heilsam und stimmig.
Und das ist letztlich das Ziel: Mit Liebe gekocht wird jede Dal-Zubereitung zu einer Ayurveda-Wohlfühl-Mahlzeit. Im Einklang mit Körper, Geist und Seele, in Harmonie mit Innen und Außen. Gelebte Natürlichkeit. Gelebtes Menschsein. Mehr über Ayurveda gibt es hier auf unserer Emport-Seite.
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