Chai
Grundsätzlich geht es um die Wirkung unserer Heil- und Gewürzpflanzen.
Was bedeutet Chai oder Tee? Ist unser 3-Samen-Tee auch ein Chai? Bevor wir zum „Chai“ kommen, lohnt sich ein kleiner Schritt zurück. Das Wort Chai bedeutet ursprünglich schlicht: Tee, ein heißer Aufguss von Pflanzenteilen. Ob Blätter, Rinde, Samen, Wurzeln oder Blüten – alles, was wir mit heißem Wasser übergießen, ist erst einmal Tee.
Das Wort Chai selbst stammt aus dem Persischen und wanderte über Russland und Zentralasien nach Indien. Auch dort meint „Chai“ ganz einfach: Tee. Wenn in Indien allerdings Masala Chai gesagt wird, ist etwas ganz Spezielles gemeint – ein belebendes, wohlig wärmendes, meist sehr süßes, gewürztes Schwarztee-Getränk, wobei alle Zutaten eine längere Zeit miteinander köcheln:
• Gewürze (Kardamom, frischer Ingwer, Zimt, Pfeffer, Nelken ...) • Wasser • Schwarztee • Milch
Diese Mischung – Chai Latte – ist nicht nur ein Genuss, sondern eine kluge Form der Pflanzenheilkunde im Alltag. Denn die Gewürze wärmen, beleben, klären und helfen, Schweres besser umzubauen – ein wahrer Segen gerade in der Adventszeit, in der wir gerne ein wenig mehr (oder noch mehr) naschen und snacken.
Wer empfindlich auf Koffein reagiert, lässt den Schwarztee einfach weg. Und wer keine Kuhmilch möchte, nimmt Hafer-, Mandel- oder andere Pflanzendrinks – das Gewürzherz des Getränks bleibt dasselbe.
Ein reiner Gewürztee, also ohne „Tee" mit und ohne Milch, ist ebenfalls eine Wohltat. Leicht, beruhigend, ausgleichend und so angenehm wärmend, dass man sich ganz selbstverständlich ein wenig aufgerichteter fühlt. Dafür sind so gut wie alle „Koch"- Gewürze geeignet.
Goldene Milch – das nährende Abendritual
Die Goldene Milch, wie sie heute überall auftaucht, stammt in ihrer Idee aus Indien, wo warme, gewürzte Milch seit jeher in der Rekonvaleszenz eingesetzt wurde – beim Wiederaufbauen nach Schwäche, Erschöpfung oder Krankheit, aber auch zur Beruhigung eines aufgewühlten Nervensystems, Vata-Unruhe. In der vedischen Tradition ist Milch als heilige Nahrung beschrieben. Die Kuh wird als "Mutter allen Lebens", als Symbol von Mutter Erde, angesehen, aus der alles Notwendige für den Menschen hervorgeht.
Die Gewürze hatten einen klaren Zweck. Sie sollten die stets gekochte Rohmilch besser verträglich, wärmer, dünnflüssiger und verdauungsfreundlicher machen. Kurkuma, Pfeffer, Kardamom, Ingwer – sie bringen Feuer und Luft ins Gleichgewicht.
Goldene Milch ist besonders am Abend wohltuend. Sie sättigt sanft, ohne schwer zu machen, und schenkt eine Art inneren Frieden – warm, weich, beruhigend. So kann die Nacht ungehindert ihren natürlichen Dienst tun.
Wichtig zu wissen: Wird Honig verwendet, der ebenfalls „heilig" ist, sollte die Milch nicht heißer als 40 °C sein, damit seine wertvollen Eigenschaften erhalten bleiben.
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