Viruddha Ahara
Eine Einladung zu Achtsamkeit.
Was vor Hunderten von Jahren als strenges Regelwerk entstanden ist, hat immer noch seine Berechtigung. Einfachere Mahlzeiten. Weniger Gegensätze auf dem Teller. Warme Speisen statt extremer Temperaturunterschiede. Harmonie außen wie innen.
Und vielleicht der Mut, sich von liebgewonnenen Gewohnheiten langsam zu lösen – wenn der Körper sie nicht mehr gut trägt.
Die bekanntesten ungünstigen Kombinationen
Traditionell werden unter anderem genannt:
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Milch und saure Früchte (auch Bananen)
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Joghurt und Obst
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Milch (Milchprodukte) und Fisch
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heiße Speisen zusammen mit eiskalten Getränken
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große Mengen Rohkost kombiniert mit schweren, öligen Gerichten
Der Hintergrund ist weniger dogmatisch als physiologisch gedacht: Unterschiedliche Verdauungsprozesse laufen gleichzeitig ab, die Nahrung verweilt zu lange im Magen-Darm-Trakt – es entsteht, was der Ayurveda Ama nennt: unvollständig Verstoffwechseltes, das zu Beschwerden bis hin zu chronischen Erkrankungen führen kann.
Chutney – die kluge Begleitung
Eingekochte Früchte wirken anders.
Wird Obst jedoch eingekocht, verändert sich seine Qualität: Es wird leichter verdaulich. Es verliert einen Teil seiner antagonistischen Wirkung. Es verbindet sich harmonischer mit warmen Speisen. Die Gewürze tun ihr Übriges.
Ein gut gemachtes Chutney ist weit mehr als eine fruchtige Beilage. Es ist ein ausgleichendes Element auf dem Teller – ein Vermittler zwischen den Geschmäckern.
Man sagt in Indien augenzwinkernd: Ein Chutney soll so süß sein, dass man immer weiter essen möchte – und so scharf, dass man gleich wieder aufhört.
Die Süße beruhigt, nährt und signalisiert dem Körper frühzeitig Zufriedenheit. Wenn die Geschmacksrichtung „süß“ von Zunge und Zelle bewusst wahrgenommen wurde, entsteht hinterher weniger Verlangen nach Schokolade oder Dessert. Das Bedürfnis ist bereits beantwortet. Die Schärfe wiederum regt Agni, das Verdauungsfeuer, an. Sie setzt einen Impuls, bewegt, durchwärmt – und verhindert, dass wir über das Maß hinaus essen.
In unserem Grundrezept für Chutney nehmen wir für die Schärfe bewusst keine Chili. Dafür viel frischer Ingwer. Die Säure kommt von Limetten- oder Zitronensaft und die Gewürze runden den Geschmack ab.
Chutney-Basis-Rezept
Für die Einkochmethode zum Haltbarmachen.
Das Basisrezept kann durch die wechselnden Saisonfrüchte und Gemüse unendlich verändert werden. Und durch die Vielfalt der Gewürze.
– 500 g geputztes, frisches Obst oder Gemüse, klein schneiden, in den Topf – 80 g frischer, kleingehackter Ingwer dazu – 80 ml Zitronensaft dazu – 150 ml Wasser o. Saft, anpassen, je nach dem, ob Früchte u. Gemüse wässrig sind – 1 TL Gewürze nach Wunsch: Trikatu, Kurkuma, Zimt, „Süßes, Chai &du", Ajowan ... – 500 g Rohrohrzucker, einrühren, einköcheln und heiß in kleine Gläser füllen.
Traditionell werden Chutneys frisch gekocht und am gleichen Tag verzehrt. Damit ist man unabhängig von der relativ großen Zuckermenge und der Zugabe der Säure. Diese beiden dienen im Einkochrezept natürlich auch der langen Haltbarkeit. Guten Appetit! |